Daniel Kummetz

Journalist

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Die Zeitung für Oma Hansen

Die „Flensborg Avis“ ist das Medium der dänischen Minderheit in Deutschland. Wie unabhängig ist sie?

Sie haben sich zwei Jahre lang gewehrt, auf allen Ebenen mobilisiert: Es gab emotionale Landtagsreden, große Demonstrationen mit vielen Kindern und Druck von Diplomaten. Die dänische Minderheit im Norden Schleswig-Holsteins kämpfte geschlossen dagegen, dass die Landeszuschüsse für ihre Schulen gekürzt werden, wie es die damalige schwarz-gelbe Landesregierung tat. Das Medium des Protests war die Flensborg Avis, die Zeitung der Minderheit. Wo sie stand, war nicht zu übersehen: Sie kämpfte gemeinsam mit dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) und anderen Organisationen der dänischen Minderheit.

Am 24. Mai dieses Jahres verkündete die Avis schließlich den politischen Sieg der Minderheit auf dem Titel, auf Dänisch natürlich: „Missionen er fuldført“ – „Die Mission ist erfüllt“. Das Wörtchen „næsten“ (fast) steht klein über den großen Lettern. Das war kurz nach der Landtagswahl, SPD, Grüne und der SSW verhandelten über ihre Koalition. Die SSW-Spitzenkandidatin Anke Spoorendonk, inzwischen Justiz- und Kulturministerin in Kiel, konnte in der Flensborg Avis verkünden: Die zukünftigen Regierungspartner wollen die Kürzung zurücknehmen.

Inzwischen regiert der SSW erstmals im Norden mit. Was heißt das für die Minderheitenzeitung? Wird sie zu einer Regierungszeitung?

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Draußen bleiben

Obdachlos in Hamburg – Torsten Meiners führt durch die Stadt. Er zeigt, dass Pflastersteine, Musik und Mülleimer Grenzen sind

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Unter deutschen Dänen

Ihre politische Vertretung ist das Zünglein an der Waage in der schleswig-holsteinischen Landespolitik. Doch wer ist die dänische Minderheit aus dem Norden des Landes? Wie lebt sie, und wer gehört dazu? Ein Erklärungsversuch

Sie hat gerne in Hamburg gewohnt und das Großstadtleben genossen. Doch als Katrine Hoops Sohn ins Schulalter kam, ist sie zurückgezogen in den Norden Schleswig-Holsteins, in dem sie groß geworden ist. Sie lebt jetzt in Flensburg. Der Grund: Die Bildung ihre Sohnes. „Dass der auf eine deutsche Schule geht, war für mich nicht vorstellbar“, sagt sie.

Hoop zählt sich zur dänischen Minderheit. Etwa 50.000 Menschen in Schleswig-Holstein gehören zu dieser Gruppe, sie leben vor allem im Landesteil nördlich des Flusses Eider – in Südschleswig. Flensburg, Schleswig und Husum sind ihre Hochburgen. Die politische Vertretung der dänischen und friesischen Minderheit, der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), könnte Königsmacher in der Landespolitik werden und bald mitregieren. Ende dieser Woche gab es die ersten Sondierungsgespräche des SSW mit SPD und Grünen.

Wer zu der Minderheit zählt, ist nicht so einfach feststellbar. Denn die Regelung in der Landesverfassung ist klar und schwammig zu gleich: Zur Minderheit gehört, wer sich zu ihr bekennt – und das darf jeder. Das klingt wie die Beschreibung von Religionsfreiheit. Und in der Tat lässt sich mit diesem Bild manches erklären.

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Jetzt mal Butter bei die Fische

Ihr Wahlkampfschlager ist die Wiedereinführung der Butterfahrten, ihr Spitzenkandidat ein echter Fischer: Die Maritime Union Deutschland tritt bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein an. Ein Besuch

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„Sprache ist ein Kuschelfaktor“

Thede Boysen kümmert sich als Minderheitensekretär in Berlin um die Rechte von Dänen, Friesen, Sorben und Sinti und Roma. Ein Gespräch über nicht-deutsche Identitäten in Deutschland

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