Die Zeitung für Oma Hansen

Die „Flensborg Avis“ ist das Medium der dänischen Minderheit in Deutschland. Wie unabhängig ist sie?

Sie haben sich zwei Jahre lang gewehrt, auf allen Ebenen mobilisiert: Es gab emotionale Landtagsreden, große Demonstrationen mit vielen Kindern und Druck von Diplomaten. Die dänische Minderheit im Norden Schleswig-Holsteins kämpfte geschlossen dagegen, dass die Landeszuschüsse für ihre Schulen gekürzt werden, wie es die damalige schwarz-gelbe Landesregierung tat. Das Medium des Protests war die Flensborg Avis, die Zeitung der Minderheit. Wo sie stand, war nicht zu übersehen: Sie kämpfte gemeinsam mit dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) und anderen Organisationen der dänischen Minderheit.

Am 24. Mai dieses Jahres verkündete die Avis schließlich den politischen Sieg der Minderheit auf dem Titel, auf Dänisch natürlich: „Missionen er fuldført“ – „Die Mission ist erfüllt“. Das Wörtchen „næsten“ (fast) steht klein über den großen Lettern. Das war kurz nach der Landtagswahl, SPD, Grüne und der SSW verhandelten über ihre Koalition. Die SSW-Spitzenkandidatin Anke Spoorendonk, inzwischen Justiz- und Kulturministerin in Kiel, konnte in der Flensborg Avis verkünden: Die zukünftigen Regierungspartner wollen die Kürzung zurücknehmen.

Inzwischen regiert der SSW erstmals im Norden mit. Was heißt das für die Minderheitenzeitung? Wird sie zu einer Regierungszeitung?

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„Sprache ist ein Kuschelfaktor“

Thede Boysen kümmert sich als Minderheitensekretär in Berlin um die Rechte von Dänen, Friesen, Sorben und Sinti und Roma. Ein Gespräch über nicht-deutsche Identitäten in Deutschland

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